Jun
14
2009
Die Liste unabhängiger Studenten ruft im Hinblick auf die am 15. Juni startende bundesweite Protestwoche nochmals zu Gewaltfreiheit auf. Mit Blockaden und Besetzungen in der Uni oder anderen Formen von Gewalt würde dem Ansinnen der geplanten Aktionen mehr geschadet als genützt.
Proteste gegen mangehalfte Finanzierung der Universität, schlechte Studienbedingungen und lebensfremde Studienordnungen sind berechtigt. Wichtig ist aber, dass diese Proteste von vielen Studenten und Dozenten mitgetragen werden können, so dass sie die Verantwortlichen sie wahr- und auch ernst nehmen, damit sie dann die dringend nötigen Reformen in Angriff nehmen. Sie dürfen nicht untergehen in Schlagzeilen über blockierte Lehrveranstaltungen oder besetzte Universitätsgebäude.
Deshalb fordert die LUST alle Teilnehmer dazu auf, kreativ und argumentativ auf die Probleme aufmerksam zu machen, statt zu blockieren oder zu besetzen.
Mai
07
2009
Vom 15. bis 19 . Juni soll es einen bundesweiten Bildungsstreik geben – auch die LUST unterstützt Proteste für gute Studienbedingungen. Sie warnt allerdings vor Gewalt oder extremistischen Handlungen, denn sonst wird solch ein Protest mehr schaden als er nützt.
Auch an der Uni Potsdam sind Proteste von Studenten geplant. Ein Streikkomitee will gegen zu hohe Arbeitsbelastung, zu wenig Seminare, gegen Studiengebühren und bildungspolitische Fehlentwicklungen mobilisieren. Auch die Studenten der Uni Potsdam wollen sich beteiligen. Das zumindest beschloss eine Vollversammlung am 29.04.2009.
Das Studierendenparlament (StuPa) der Universität folgte auf seiner Sitzung am Dienstag diesem Votum und verabschiedete einen Beschluss, der den Bildungsstreik unterstützt. Dafür votierte auch die Liste Unabhängiger Studenten (LUST). Die LUST-Parlamentarier im StuPa gaben jedoch zu Protokoll: “Ich stimme dem Bildungsstreik unter dem Vorbehalt zu, dass er frei von Gewalt gegen Sachen und Personen stattfindet. Dazu gehören auch Besetzungen und das Behindern von Studenten, die nicht am Bildungsstreik teilnehmen möchten.”
Die LUST befürchtet, dass einige extreme Kräfte den Protest zu radikalisieren versuchen. Sie kritisiert auch den Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) der Uni Potsdam. Kristin Walter, Sprecherin der LUST, erinnert an eine Äußerung der Vorsitzenden des AStA. “Sie wollte ausdrücklich keine Vorschriften für den Streik machen, auch nicht hinsichtlich des Verzichts auf Gewalt.
Die LUST bezweifelt zudem die Wirkung eines reinen Studenten-Streiks und plädiert für gemeinsame Proteste mit Dozenten und Professoren, welche die Missstände an den Universitäten ebenfalls kritisieren. LUST-Parlamentarier Jakob Kwidsinski vermutet hier jedoch ideologische Denkverbote: “Mit Revolutionslyrik erreicht man die normalen Betroffenen nicht, die wollen ein gutes Studium, einen guten Job aber keine Revolution.”